Koronardilatation

Für die Notfallbehandlung des akuten Herzinfarktes besteht eine 24-Stundenbereitschaft des Herzkatheter-Teams, so dass innerhalb von 60 Minuten nach Eintreffen des Patienten im Marienhospital eine Koronardilatation (PTCA) durchgeführt werden kann.
Lässt sich durch die Koronarangiographie ein hochgradig eingeengtes oder verschlossenes Gefäß als Ursache für den Herzinfarkt nachweisen, so kann bei erkennbarem Koronarthrombus dieser mit einem speziellen Absaugkatheter entfernt werden. Hochgradige Einengungen werden mit Hilfe der Koronardilatation und nachfolgendem Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent) behandelt. Hierbei stehen die reinen Metall-Stents ("bare metal Stents", BMS) wie auch die medikamentenbeschichteten Stents ( "drug eluting Stents", DES) zur Verfügung. Dabei sollen bei geeigneten Patienten die beschichteten Stentsysteme durch durch Abgabe dieser Wirkstoffe ( z.B. Sirolimus, Paclitaxel u.a.) in die Umgebung des Stents eine überschießende Geweberegeneration mit Wiedereinengung verhindern.
Seit Anfang 2009 stehen der Klinik auch medikamenten-abgebende Ballons zur Vefügung, deren Anwendung die Restenose-Rate in Kombination mit Baremetalstents verringern soll.
Hat der Herzinfarkt zu einem Kreislaufzusammenbruch geführt, kann durch mechanische Unterstützung der Herzarbeit mit Hilfe einer in der Hauptschlagader platzierten Ballonpumpe (IABP) der Patient stabilisiert werden, und wenn erforderlich, unmittelbar in der kooperierenden Herzchirurgie in Bad Rothenfelde vorgestellt werden.
In der Behandlung der chronischen koronaren Herzerkrankung kommen im Herzkatheterlabor auch andere Techniken wie Rotablation sowie der Cutting Ballon zur Anwendung.
Schutzsysteme zur Vermeidung von Embolien in die kleinen Herzkranzgefässe durch die Koronardilatation werden insbesonders bei der Aufdehnung von verengten Venen-Bypässen verwendet, ebenso wie Absaugsysteme für frische Thromben in den grossen herznahen Gefässen, vor allem in der Behandlung der fulminanten Lungenembolie.
Diagnostisch begleitet werden können diese Maßnahmen durch die Anwendung von intravaskulärem Ultraschall (IVUS) sowie der Druckdrahttechnik (Pressure Wire), damit eine weitere Beurteilung von Gefäßengstellungen möglich ist.
In unserer Klinik werden zur Wiedereröffnung chronischer Gefäßverschlüsse (CTO) medikamentenbeschichtete Stents implantiert.









