Kindertraumatologie
Kinder verletzen sich, je nach Altersstufe, im Haushalt, beim Sport, beim Spiel sowie im Straßenverkehr. Am häufigsten sind Verletzungen an den oberen Extremitäten. Diese entstehen durch Stürze vom Klettergerüsten, Schaukeln, beim Radfahren oder beim Inline-Skating.
Besonders beachtet werden muss der körperferne Oberarmbruch (supracondyläre Humerusfraktur). Bei stärkerer Verschiebung ist hier die Durchblutung und die Nervenversorgung des Unterarmes gefährdet. Diese Brüche werden bei uns sofort notfallmäßig operativ versorgt. In ca. 90 Prozent der Fälle gelingt es, den Bruch ohne größeren Hautschnitt ("geschlossen") einzurichten und mit durch die Haut ("perkutan") eingebrachten Drähten zu stabilisieren. Dabei ragen die Drähte bewusst aus der Haut heraus, damit sie nach 4 Wochen ohne zusätzliche Narkose entfernt werden können.Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage. Selbstverständlich können dazu bei kleineren Kindern Mütter oder Väter mit aufgenommen werden.
Bei den Sportverletzungen sind in erster Linie Sehnen und Bänder der Gelenke betroffen. Häufigste Verletzungsform ist das Umknicktrauma des Fußgelenkes. Verletzungen des Außenbandapparates werden zu 90 Prozent konservativ mit sogenannten Knöchelschienen versorgt. Die noch vor Jahren favorisierte Operation ist damit weitestgehend in den Hintergrund getreten.
Risse der Achillessehne werden bei uns dagegen in der sogenannten Faser-zu-Faser-Nahttechnik operativ behandelt. Die Nachbehandlung wird mit einer abnehmbaren verstellbaren Kunststofforthese durchgeführt, so dass frühzeitige Entlassungen möglich sind.
Sportverletzungen, die das Kniegelenk betreffen, werden so oft als möglich ohne vollständige Gelenkseröffnung ("arthroskopisch") operiert.
Verletzte Menisken werden wieder angenäht bzw. teilentfernt. Körpernahe frische Kreuzbandausrisse werden wieder angeheftet, Kreuzbandausrisse im mittleren Drittel werden arthroskopisch durch ein körpereigenes Sehnentransplantat ersetzt ("Semitendinosussehne").
Es ist uns wichtig, dass vor dem arthroskopischen Eingriff die zu erwartende Diagnose schon bekannt ist, damit in gleicher Sitzung auch die entsprechende Therapie erfolgen kann. Wir bemühen uns, die Rate der rein diagnostischen Arthroskopien, also der Spiegelungen, die nur die Diagnose erbringen, aber keine direkte therapeutische Konseqenz nach sich ziehen, möglichst niedrig zu halten. Derzeit liegt diese Rate bei uns um 16 Prozent.
Frakturen, die im Rahmen von Sportverletzungen auftreten (z.B. Unterschenkelbrüche nach Stürzen beim Skifahren), werden nach den allgemeinen Prinzipien moderner Osteosynthesetechniken versorgt. Selbstverständiglich schließt sich an alle Operationen eine individuelle und intensive physiotherapeutische Übungsbehandlung an.








