Kleinhirnbrückenwinkeltumor
Eine wichtige Region für die Entstehung von Hirntumoren ist der Bereich, in dem sich der Hirnstamm und das Kleinhirn treffen. Wenn man durch ein Ohr in den Kopf schauen könnte, würde man etwa diesen Bereich erblicken. Hier findet sich der Ursprungsort bestimmter wichtiger Hirnnerven, u.a. des Hör- und Gleichgewichtsnerven und des Nerven für die Gesichtsmuskulatur. Daher kommt es oft zu einer typischen Symptomatik mit Hörminderung, Ohrgeräuschen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen manchmal auch mit einer Lähmung der Gesichtsmuskultur.
Als Ursache findet sich in der Diagnostik durch Computertomographie und/oder Kernspintomographie meist ein gutartiger Tumor, der entweder vom Gewebe der entspringenden Hirnnerven (z.B. Akkustikusneurinom) oder von den Hirnhäuten (Meningeom, s.o.) ausgeht. Die Diagnostik und Behandlung der Tumoren erfolgt in enger Kooperation mit der hiesigen Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.
Die Therapie erfolgt überwiegend operativ. Über einen Schnitt hinter dem Ohr wird das Hinterhaupt dargestellt und eröffnet. Nach Einschneiden der Hirnhaut kann der fragliche Bereich am Kleinhirn vorbei eingesehen werden. Der Tumor wird unter Schonung der Hirnnerven entfernt. Dabei kann durch das elektrophysiologische Monitoring jederzeit erkannt werden, wenn die Manipulation die Hirnnerven beeinträchtigt. Somit kann die Operation unter weitestmöglicher Erhaltung der Hirnnervenfunktionen erfolgen.
Nach der Operation werden die Patienten auf der Überwachungsstation beobachtet und können in der Regel am nächsten Tag auf die Normalstation verlegt werden. Das Gleichgewicht wird durch physiotherapeutische Behandlung trainiert. Nach einer Woche kann das Nahtmaterial entfernt und der Patient aus der stationären Behandlung entlassen werden.









