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Schwerpunkte der Klinik

  • Multimodale Therapie des fortgeschrittenen Bronchialkarzinoms.
    Über zwei Drittel der Bronchialkarzinome werden in einem primär nicht operablem Stadium diagnostiziert. Durch Kombination einer präoperativen Chemo- und Radiotherapie und anschließender Chirurgie kann die Prognose auch bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung verbessert werden. Die seit 15 Jahren bestehende Kooperation mit dem interdisziplinären Expertennetz der Arbeitsgruppe Thoraxtumoren Osnabrück (Radiologie, Onkologie, Radiotherapie, Thoraxchirurgie, Pathologie, Pneumologie) ermöglicht eine moderne multimodale Behandlung nach internationalen Standards.

  • Laserchirurgie.
    Durch die Anschaffung eines spezialisierten Nd-YAG-Lasers im Sommer 2004 konnte unsere Klinik für Thoraxchirurgie eine Versorgungslücke im Nordwesten Deutschlands schließen. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, das nur für die Operationen am Lungengewebe entwickelt wurde. Aufgrund seiner besonderen physikalischen Eigenschaften bietet der Lungenlaser große Vorteile für die Patienten. Durch eine blutsparende und sehr präzise Operationstechnik werden Tumore aus der Lunge entfernt, ohne dass große Parenchymanteile geopfert werden müssen. Langfristig kann so die Leistungsfähigkeit der Patienten erhalten werden.
    Hauptanwendungsgebiete sind die Behandlung von Lungenmetastasen und anderen Lungentumoren. Hierdurch profitieren auch Patienten, die aufgrund von schweren Begleiterkrankungen des Herzens und der Lunge (koronare Herzkrankheit, Lungenemphysem, chronische obstruktive Bronchitis) funktionell eingeschränkt sind. Die Anwendung mit der Videotechnik ist ebenfalls möglich. Eine Erholung von der Operation gelingt so leichter, die Entlassung ist früher möglich. Ein weiteres Anwendungsgebiet für den Laser stellt die Rekanalisation der Atemwege bei endobronchial wachsendem Bronchialkarzinom dar.

  • Minimal-invasive (video-assistierte) Thoraxchirurgie.
    Die VATS (video-assisted thoracic surgery) ist heutzutage bei der operativen Behandlung peripherer Lungenrundherde sowie beim Pneumothorax und Pleuraerguss als Standardverfahren etabliert. Kleine Hautinzisionen unter Schonung der thorakalen Weichteile und die optimale Vergrößerung der anatomischen Details am Bildschirm stellen erhebliche Vorteile für Patienten und Chirurgen dar. Da postoperative Schmerzen geringer sind, erholen sich Patienten schneller und können zu einem früheren Zeitpunkt aus dem Krankenhaus entlassen werden.

  • Pneumothorax.
    Sowohl der idiopathische Pneumothorax beim jungen Erwachsenen als auch der sekundäre Pneumothorax, z.B. bei bullösem Emphysem, werden heute erfolgreich videothorakoskopisch operiert. Ziel der chirurgischen Maßnahme ist eine effektive Rezidivprophylaxe: nach konservativer (Drainage-) Behandlung beträgt das Rezidivrisiko etwa 20 Prozent und steigt um weitere 20 Prozent nach jedem weiteren Ereignis. Rezidive nach videothorakoskopischer Operation treten in max. 1 % der Patienten auf.

  • Pleuraempyem.
    Die erfogreiche Behandlung einer eitrigen Infektion des Pleuraraumes, in den meisten Fällen Komplikation einer schwergradigen Pneumonie, setzt die gründliche Absaugung des häufig gekammerten Ergusses sowie die Säuberung beider Pleurablätter von den fest adhärenten Belägen voraus. Dies gelingt im Rahmen eines minimal-invasiven, videothorakoskopischen Eingriffes, der darüber hinaus die optimale Platzierung der Spüldrainagen ermöglicht. Somit wird die gesamte Dauer der Behandlung im Vergleich zu rein konservativen Maßnahmen deutlich verkürzt und die Inzidenz der Rezidive drastisch gesenkt.
 

Dr. med. Ludger Hillejan
Chefarzt Klinik für Thoraxchirurgie
Ärztlicher Leiter LungenZentrum Ostercappeln
Tel.: 05473/ 29-161
Fax: 05473/ 29-397
Mail: thoraxchirurgie@krankenhaus-st-raphael.de

 

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