Lungenkrebszentrum zertifiziert!

Beim Aufbau des "Lungenkrebszentrums Osnabrück am Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln" war uns besonders wichtig, die langjährig in der Region geübten Kooperationen mit anderen Krankenhäusern und Schwerpunktpraxen einzubinden. So erhoffen wir uns eine erhebliche qualitative Verbesserung der Behandlung von Patienten mit bronchialen Neoplasien durch eine multidisziplinäre Zentrumsstruktur.
Am 19. April 2011 wurde diesem interdisziplinären Netzwerk das offizielle Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft erteilt.
Kennzeichen der Zusammenarbeit der kooperierenden Kliniken sind:
- Intensive Kooperation spezialisierter Fachärzte in gemeinsamen Tumorkonferenzen.
- Umfassender und zeitnaher Infromationsaustausch unter den Behandlungspartnern.
- Einsatz modernster medizinischer Geräte zur Diagnostik und Therapie.
- Fortschrittliche Operationen, Bestrahlungstechniken und medikamentöse Behandlungsverfahren.
- Behandlungsenscheidungen stets unter Berücksichtigung von neuestem wissenschaftlichen Fachwissen und internationalen Empfehlungen.
- Ganzheitliche Betreuung des Patienten, Berücksichtigung der Individualität und Wünsche jedes Einzelnen.
- Rasche und zielgerichtete Koordination aller Behandlungsschritte von der Frühdiagnostik bis zur Langzeitrehabilitation und Nachsorge durch das Netzwerk.
Natürlich ist die nun erfolgte Zertifizierung kein einmaliger Akt, sondern der Beginn eines Prozesses, der die ständige Qualitätsüberprüfung in festgelegten Zeitabständen durch externe Auditoren der Fachgesellschaften vorsieht.
Patientenveranstaltung "Der zweite Atem"
Dieter Kürten unterstützt Aufklärungsarbeit zum Lungenkrebs
Die Informationsveranstaltung "Der zweite Atem - Leben mit Lungenkrebs" findet am Samstag, den 28. April 2012 in der Osnabrück-Halle statt. Von 11.00 Uhr - 13.00 Uhr sind Betroffene, Angehörige und Interessierte eingeladen, sich über die Hintergründe dieser Krankheit zu informieren, persönliche Fragen zu stellen und Tipps zu erhalten. Moderiert wird die Veranstaltung von Dieter Kürten. Der Eintritt ist frei.
Baumaßnahmen 2011/2012 am Krankenhaus St. Raphael
Nach der Eröffnung des neuen OP-Traktes ruhen die Bauarbeiten am Krankenhaus nicht: aktuell wird die Ebene unterhalb des Zentral-OPs zu einer hochmodernen interdisziplinären Intensiv-und Intermediate-Care-Station ausgebaut. Ebenfalls wird hier zukünftig die großzügig ausgestattete Weaning-Station beheimatet sein.
Auch die Endoskopie/Bronchoskopische Abteilung zieht um: großzügig bemessene und komplett ausgestattete Untersuchungsräume auf einer vergrößerten Gesamtfläche werden den gestiegenen Anforderungen und Eingriffzahlen Rechnung tragen.
Die dritte Baumaßnahme betrifft einen Anbau am Bettenhaus. Hier entstehen weitere Patientenzimmer, so dass dem Lungenzentrum ab Mitte 2012 zusätzliche Betten zur Verfügung stehen werden. Damit wird die räumliche Enge auf den bisherigen Pfegestationen hoffentlich der Vergangenheit angehören.
Inbetriebnahme des neuen OP Juni 2011

Seit Juni 2011 kann der neue Zentral-OP genutzt werden. Erstmals sind damit im Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln 4 voll (teils integriert) ausgestattete Säle im Einsatz.
Der neue OP unterstützt die minimal-invasive Thoraxchirurgie in hervorragender Weise. So gehören zur Ausstattung unter anderem hoch auflösende HDTV-Kameras und Bildschirme. Hierdurch können bei den Operationen selbst kleinste patho-anatomische Details im Brustraum detailliert dargestellt werden.
Die neue Technik bietet weitere enorme Möglichkeiten. Zusätzliche Videoquellen, wie Bronchoskope oder Ultraschallgeräte, können eingebunden werden. Untersuchungsdaten, Bilder und Videosequenzen werden patientenbezogen auf einem separaten Server gespeichert und sind somit während des Krankenhausaufenthaltes schnell für jeden Arzt abrufbar oder in einer Tumorkonferenz demonstrierbar. Auch können Ärzte des Krankenhauses von ihrem Arbeitsplatz aus über einen PC-Monitor verfolgen, wie weit eine OP vorangeschritten ist. So lassen sich zum Beispiel Zweitmeinungen während einer Operation schneller erörtern. Dies erhöht die Sicherheit für Operateur und Patient.
Der OP wird auch den hohen Anspüchen an einen ergonomischen Arbeitszplatz gerecht. Voreingestellte Gerätekonfigurationen sowie Lichteinstellungen erleichtern die Arbeit und verkürzen die Rüst- und Wechselzeiten. Zeitaufwand und Personalresourcen lassen sich somit optimieren. Die einfach zu bedienende Benutzeroberfläche sorgt für eine sichere und schnelle zentrale Steuerung der gesamten OP-Ausrüstung.
Ostercappeln spielt in der Spitze der medizinischen Bundesliga

Erstes Gütesiegel in Niedersachsen für Ostercappelner Lungenchirurgie – Übergabe in Beisein von Ministerpräsident Christian Wulff
Hannover/ Ostercappeln, 17.03.2010. „Sie haben in den letzten zehn Jahren erstaunliches geleistet und eine der großen thoraxchirurgischen Kliniken aufgebaut.“ Mit diesen Worten würdigte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (Erkrankungen von Lungen und Bronchialsystem), Prof. Dr. Godehard Friedel, die Leistung des Chefarztes der Niels-Stensen-Kliniken Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln, Dr. Ludger Hillejan und seinem Team zur Übergabe des Zertifikates „Kompetenzzentrum Thoraxchirurgie“.
Im Rahmen einer Feierstunde in Hannover erhielt Hillejan für die Thoraxchirurgische Klinik im Ostercappelner Krankenhaus dieses Gütesiegel. Ministerpräsident Christian Wulff, der der Übergabe als Ehrengast beiwohnte, unterstrich das Besondere dieses Zertifikates: „Sie erhalten diese Auszeichnung als fünfte Einrichtung in Deutschland und als erste in Niedersachsen.“ Wulff bescheinigte dem Krankenhaus St. Raphael, dass es damit ein Alleinstellungsmerkmal habe, das es zu nutzen gelte. Zugleich hielt der niedersächsische Ministerpräsident fest, dass diese Auszeichnung auch durch die Zusammenarbeit im Verbund der Niels-Stensen-Kliniken ermöglicht wurde, dem das Krankenhaus St. Raphael angehört.
Um den Titel Kompetenzzentrum Thoraxchirurgie“ zu erhalten, muss unter anderem nachgewiesen werden, dass jährlich mindestens 400 Patienten behandelt werden und wenigstens 300 Patienten wegen Krebserkrankungen der Atemorgane operiert werden. Diese Kriterien erfüllt die Klinik für Thoraxchirurgie unter Leitung von Dr. Hillejan ohne Probleme: In Ostercappeln werden jährlich ca. 1.100 Eingriffe wegen Erkrankungen der Atemwege vorgenommen und rund 450 Patienten wegen Lungenkrebs behandelt.
Insgesamt ist der Katalog der Kriterien 14 Seiten lang. Eine besonders gute ärztliche Qualifikation muss genauso erfüllt werden wie die enge Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen und eine sehr gute pflegerische Leistung.
Werner Lullmann, Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken, macht aus seiner Freude über die Zertifikatsverleihung keinen Hehl: „Ich bin stolz auf diese Auszeichnung und sage deshalb etwas unbescheiden, dass Ostercappeln in der Spitze der medizinischen Bundesliga spielt.“ Lullmann betont, dass dies umso bemerkenswerter ist, weil das Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln mit 172 Betten zu den kleineren Krankenhäusern zählt.
Die Klinik für Thoraxchirurge im Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln besteht seit elf Jahren. Neben der hohen Qualifikation der Ärzte und der sehr guten technischen Ausstattung loben Patienten die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege und Medizin im Krankenhaus St. Raphael: „Viele Patienten bezeichnen die Atmosphäre hier als sehr familiär“, so Dr. Hillejan: „Dies ist besonders dann wichtig, wenn man von einer so schweren Erkrankung wie einem Krebs der Atemorgane betroffen ist."
Den von den Fachprüfern im Rahmen der Zertifizierung erstellten Visitationsbericht können Sie hier downloaden.
EBUS: Nicht invasive Alternative zur Mediastinoskopie durch endobronchialen Ultraschall
Seit über 50 Jahren hat sich die Mediastinoskopie bei der Diagnostik mediastinaler Lymphome und insbesondere im Staging des Bronchialkarzinoms bewährt. Mit dem endobronchialen Ultraschall existiert jetzt eine weniger invasive Alternative. Wesentlicher Unterschied zum normalen Bronchoskop stellt der Ultraschallkopf an der Spitze des Endoskops dar. Hiermit können die peribronchialen Strukturen erfasst und mit einer über den Arbeitskanal vorgeschobenen Nadel sicher punktiert werden. Die Anschaffung des über 90.000 EUR teuren Endoskops freut Thoraxchirurgen und Pneumologen gleichermaßen. Haupteinsatzgebiet stellt die Diagnosesicherung bei Tumorerkrankungen der Lunge und insbesondere der Nachweis von Lymphknotenmetastasen beim Lungenkarzinom dar. Aber auch bei Verdacht auf Sarkoidose oder ein malignes Lymphom ist der endobronchiale Ultraschall gut geeignet. Komplikationen sind bei der Technik, für die eine Narkose nicht unbedingt erforderlich ist, nicht zu erwarten.
Das Zeitalter der digitalen Thoraxdrainage hat begonnen:
Seit dem Frühjahr 2009 werden alle Patienten mit Thoraxdrainagen mit den mobilen Pumpen der Firma Medela versorgt. Hierdurch ergeben sich für die Patienten viele Vorteile. Die kleinen und sehr leichten Pumpen können von den frisch Operierten bequem in einer Hand getragen werden. Die Patienten sind nicht mehr an das Bett und die wandständige Vakuumanlage gebunden, sondern können sich schon vom ersten postoperativen Tag an auf der Station frei bewegen. Komplikationen wie Thrombosen und Pneumonien werden so wirksamer verhindert. Das Pflegepersonal schätzt das neue Verfahren wegen der erheblichen Arbeitserleichterung, die sich im Umgang mit den hygienischen Einmalmaterialien ergibt. Die Pumpen verfügen über ein digitales Display mit Erfassung des Fistelvolumens über den Tagesverlauf. Der Sog kann stufenlos geregelt werden. Dies führt zu einer Verkürzung der Behandlung bei Patienten mit postoperativen Fisteln.
Förderverein zur Vorbeugung, Früherkennung, Behandlung und Rehabilitation von Lungen- und Brustkorbtumore, Osnabrück e. V.
Auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung hat der Förderverein einen neuen Vorsitzenden gewählt: Dr. med. U. Bosse, Pathologe aus Ibbenbüren, hat die Amtsgeschäfte von Herrn Dr. N. Hefti übernommen. Darüber hinaus beschlossen die Mitglieder folgende Aktivitäten für die kommenden 12 Monate:
1. Erstellung einer Informationsbroschüre für Patienten mit thorakalen Tumoren
2. Schaffung einer Internet-Plattform für ratsuchende Patienten und Angehörige
3. Fortbildungsveranstaltung für Ärzte zum Thema der Nachbetreuung von Patienten mit Lungenkrebs
Nun auch mit Kälte gegen den Tumor: Kryotherapie ergänzt interventionelle bronchoskopische Therapiemöglichkeiten
Mit der Anschaffung eines Kryotherapiegeräts der Firma Erbe konnte jetzt eine Lücke bei der interventionellen Behandlung endobronchialer Tumoren geschlossen werden. Neben Laser und Argon-Beamer stellt die Kryotherapie, die vorzugsweise mit Stickstoff betrieben wird, eine wichtige Therapiealternative dar. Verwendung findet das Verfahren im Rahmen der starren oder flexiblen Bronchoskopie. Durch Vereisung wird der Tumor devitalisiert und anschließend entfernt. Zahlreiche Argumente sprechen für die Verwendung des Verfahrens. So besteht hierbei im Gegensatz zu den „Hitzeverfahren“ keine endobronchiale Brandgefahr. Die meist schwerkranken Patienten können während der Narkose ohne Gefahr mit hohen Sauerstoffkonzentrationen beatmet werden. Auch Stent-Träger können ohne das Risiko einer Entflammung behandelt werden. Mit der Kryotherapie sind biopsiebedingte Blutungen aus dem Tumor deutlich seltener. Sogar für die Entfernung von Fremdkörpern, die mit den handelsüblichen Zangen oft kaum gefasst werden können eignet sich die Kryotherapie: Der Fremdkörper wird einfach mit der flexiblen Sonde angefroren und kann dann extrahiert werden. Die Kryotherapie hat auch in der Diagnostik große Vorteile: Mit ihr lassen sich besonders große und qualitativ gute Tumorbiopsien gewinnen und auch die diagnostische Sicherheit der transbronchialen Biopsie z. B. bei interstitiellen Lungenerkrankungen steigt mit der Technik.
Psychoonkologisches Unterstützungsangebot für Patienten/innen mit einer Krebserkrankung im Interdisziplinären LungenZentrum Ostercappeln
Seit dem Sommer des Jahres können wir unseren Patientinnen und Patienten auch fundierte psychoonkologische Beratung anbieten. Frau Dr. Barbara Schällig, Psychoonkologin und seit November auch Frau Roswitha Nebel, Dipl.-Psychologin stehen an zwei Tagen in der Woche und nach Vereinbarung für vertrauliche Gespräche zur Verfügung. Diese können flexibel und kurzfristig von den Patienten vereinbart werden und finden in geschützter Atmosphäre außerhalb der Station statt. Vorrangiges Ziel ist es dabei, im Sinne einer ganzheitlichen Medizin z. B. eine schnelle Krisenintervention nach belastender Diagnosemitteilung zu ermöglichen und zudem weitere individuelle Begleitung in Form von Einzel-, Paar- oder auch Angehörigengesprächen für die Ratsuchenden zu gewährleisten. Als ebenso wichtig sehen wir die Vermittlung weiterführender Gesprächsmöglichkeiten am Heimatort für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt an. Viele große Studien belegen die positiven Effekte solcher psychoonkologischer Gesprächsangebote im Hinblick auf Angstreduzierung, Stressregulierung, Entwicklung neuer Lebensperspektiven und Verbesserung der eigenen Lebensqualität auch in ihren sozialen Bindungen. Hilfreich als Interventionen wirken dabei grundlegend das supportive Gespräch, die darin integrierte Anleitung zu Entspannungs- und Imaginationsübungen, die Stärkung der persönlichen Selbstachtsamkeitskräfte und nicht zuletzt die Öffnung hinsichtlich spiritueller Lebensfragen.

- Roswitha Nebel & Dr. Barbara Schällig
Symposium
Informationen zum Symposium "Leben nach der Lungenoperation" erhalten Sie hier.






