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Zahnpastartige Entleerung eines Kalkdepots.
Zahnpastartige Entleerung eines Kalkdepots.
Kalkdepot auf der Gelenkkapsel.
Kalkdepot auf der Gelenkkapsel.

Tendinosis calcarea

Allgemein

Verkalkungen im Bereich der Rotatorenmanschette werden als "Tendinosis calcarea" oder auch als "kalzifizierende Tendopathie" bezeichnet. Die Ursache für diese Erkrankung ist unbekannt. Bedingt durch einen "Umwandlungsprozeß" des  Gewebes (Metaplasie) lagern sich in umschriebenen Bereichen Kalkpartikel (Hydroxylapatitkristalle) ein. Es zeigt sich typischerweise ein phasenhafter Verlauf der Erkrankung (Formation, Kalzifikation, Ruhe-, Resorptions-, Reparationsstadium) mit einer Verlaufsdauer bis hin zur Resorption von häufig mehr als 7 Jahren.

Es finden sich Phasen völliger Beschwerdefreiheit, aber auch hochakute Schmerzbilder mit Bewegungsunfähigkeit. Häufig sind Nachtschmerzen. Es können sich Zeichen einer lokalen Entzündung finden, so dass die Differenzierung zu einem akuten Infekt manchmal schwierig sein kann. Die Tendinosis calcarea kann durch eine Ultraschalluntersuchung der Schulter und durch Röntgenbilder diagnostiziert werden.

 

Behandlung

Als konservative Behandlungsmaßnahmen eignen sich subacromiale Injektionen eines Lokalanästhetikums kombiniert mit einem Kortikoid. Begleitend sollten nicht-steroidale Antirheumatika eingenommen werden. Für die sog. extrakorporelle Stoßwellentherapie liegen bezüglich der Effektivität keine gesicherten Daten vor. Diese sollte daher nur in Einzelfällen, abhängig von der Größe und der Formation des Kalkherdes, zur Anwendung kommen. Ein sog. Needling (kontrollierte Nadelpunktion mit dem Versuch der Aspiration) wird oft als sehr schmerzhaft empfunden und daher nur noch selten durchgeführt.

Bei anhaltenden, aber auch akuten Beschwerden ist daher die arthroskopische Kalkdepotentfernung zu empfehlen. In sog. "Schlüssellochtechnik" wird das Kalkdept unter Zuhilfenahme einer Nadel lokalisiert, längsinzidiert und ausgeräumt. Optional kann dabei der subakromiale Raum erweitert werden (endoskopisch subakromiale Dekompression).

Auch eine konservative Behandlung kann zum Erfolg führen. Der Verlauf erstreckt sich jedoch häufig über Jahre und gelegentlich kann sich eine Schultersteife ausbilden. Die operative Therapie führt in ca. 90% der Fälle zur Beschwerdefreiheit. Schlechte Ergebnisse finden sich vor allem bei inkompletter Entfernung des Kalkdepots oder verbleibender Gelenksteife.

 

 

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Rolf
Chefarzt

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirotherapie, Physikalische Therapie, spezielle operative Orthopädie

Tel.: 0541/ 502-2550
Fax: 0541/ 502-2125
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