Knorpel
Allgemein
Bis zu 10.000 Mal am Tag beugen und strecken wir unsere Kniegelenke. Knorpelgewebe überzieht die Oberflächen all unserer Gelenke. Wie ein Stoßdämpfer schützt es vor Druck und Scherbelastung. Die besonderen Eigenschaften von Knorpel sind Elastizität und die Fähigkeit, sowohl das Körpergewicht zu tragen als auch ein nahezu reibungsfreies Gleiten der Gelenke zu ermöglichen. Die Knorpelzellen verbinden Kollagenfasern, Wasser, Eiweiße und Kohlenhydrate zu einer homogenen Oberfläche, auf der kein Kratzer zu sehen ist. Ist dieser Vorgang einmal abgeschlossen, so ist eine Regeneration, die Neubildung von Knorpelgewebe, nur noch in sehr begrenztem Umfang möglich.
Der hyaline Gelenkknorpel schimmert im frischen Zustand bläulich und ist in der Lage große Mengen Wasser zu binden. Wenn Knorpel altert, kommt es zur Auffaserung des Knorpelgewebes. Die Oberfläche des betroffenen Gelenkes wird rau – Schmerzen beim Bewegen sind die Folge. Auch durch Unfälle kann es zur Schädigung des Gelenkknorpels kommen. Bei einem Sturz oder ein Unfall mit Verdrehung des Kniegelenkes wird ein Knochenstück, das mit Gelenkknorpel überzogen ist, herausgerissen. Zurück bleibt ein ausgestanzter Krater – im ungünstigsten Fall in der Hauptbelastungszone des Kniegelenkes.
Behandlung
Bei der Behandlung von Knorpelschäden muß man akute, traumatische Schäden von degenerativen unterscheiden. Degenerative Schädigung, also Arthrose, kann nicht rückgängig gemacht werden. Die akute Symptomatik kann lediglich verbessert werden. Nehmen die Beschwerden auch nach ausführlicher konservativer Therapie im Verlauf weiter zu, bleibt am Ende noch die Möglichkeit, ein künstliches Gelenk einzusetzen.
Für akute Verletzungen des Knorpels stehen verschiedene Techniken zur Rekonstruktion des Knorpelgewebes zur Verfügung. Ausgangspunkt ist eine Gelenkspiegelung, die Arthroskopie. Dann kann z.B. eine Mikrofrakturierung durchgeführt werden. Dabei wird der Knochen unterhalb des geschädigten Knorpels angebohrt und durch die Eröffnung des Knochenmarkraumes wird ein Reparaturprozess eingeleitet, bei dem faseriger Knorpel zur Deckung des defekten Gelenkknorpels gebildet wird. Ebenso ist eine Mosaik-Plastik möglich. Dies ist eine Technik, bei der ein Knorpel-Knochen-Zylinder aus wenig beanspruchten Arealen des Gelenkes entnommen und passgenau in der Zone des Knorpeldefektes verankert wird. Hierbei handelt es sich um ein körpereigenes – autologes – Knorpel-Knochentransplantat, das die Bezeichnung „Osteochondrales Autologes Transplantat System“ (OATS) trägt. Wenn die Größe des Defektes und die Lokalisation es zulassen, entnehmen wir Knorpelzellen, züchten diese an und implantieren dem Patienten diese neue Knorpelschicht aus Trägersubstanz und Knorpelzellen in den Defekt.







