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Hüft-Kurzschaftprothese zementfrei mit zementfreier Hüftpfanne.

 

Endoprothetik Hüft- und Kniegelenk

Allgemein

Der endoprothetische Ersatz von Hüft- und Kniegelenk gehört zu den meist durchgeführten Eingriffen am Franziskus-Hospital Harderberg. Jährlich werden ca. 450 Hüft- sowie 500 Knieendoprothesen implantiert. Darüberhinaus werden jährlich ca. 190 Prothesenwechseloperationen durchgeführt.

Sämtliche Operationen werden standardisiert unter Verwendung von Behandlungsmustern durchgeführt, die im Rahmen der Klinikzertifizierung nach KTQ/ proCum Cert sorgfältig ausgearbeitet wurden. Neben strengen internen Qualitätskontrollen werden die Behandlungsergebnisse darüber hinaus nach BQS erfasst und ausgwertet.
Für die Implantation von Hüftendoprothesen werden routinemäßig minimal invasive Implantationsverfahren eingesetzt, welche eine schnelle Rehabilitation erlauben. Insbesondere für Wechseloperationen werden modulare Prothesen und Sonderprothesen bereitgehalten.

 

Indikationen für einen künstlichen Gelenkersatz an Hüfte und Kniegelenk

Der häufigste Grund für die Implantation eines künstlichen Gelenkes ist die Verschleißerkrankung (Arthrose). Hier kommt es zu einer zunehmenden Schädigung der Knorpelschicht bis hin zum unmittelbaren Knochenkontakt der Gelenkpartner. Der Patient verspürt in diesen Fällen eine zunehmende Schmerzhaftigkeit des Gelenkes, Bewegungseinschränkungen, Kraftverlust mit Abbau der gelenkumspannenden Muskulatur sowie deutliche Anlauf-, aber auch Belastungsschmerzen. Die Ursachen für eine Arthrose an Hüft- und Kniegelenk sind vielfältig. Der häufigste Grund ist die primäre Arthrose ohne erkennbare Ursache. Aber auch nach Unfällen mit posttraumatischen Fehlstellungen und Verletzungen des Gelenkes, bei angeborenen Fehlbildungen, bei Übergewicht, bei Z.n. Infekten, bei Nekrosen / Durchblutungsstörungen oder auch bei der rheumatoiden Arthritis kann sich eine operationspflichtige Arthrose einstellen.

In fortgeschrittenen Stadien kann hier der endoprothetische Gelenkersatz sicher und dauerhaft Abhilfe schaffen. Dieser dient nicht nur der Schmerzverbesserung, sondern auch zum Ausgleich von Fehlstellungen (z.B. X- oder O-Bein) und Beinlängenunterschieden sowie zur erheblichen Verbesserung des Bewegungsumfanges. Der Gelenkersatz trägt somit zu einer deutlich erhöhten Lebensqualität des Patienten bei.

 

Behandlung

Operative Behandlung Hüftgelenk:

Implantation von Hüftendoprothesen

Verwendete Implantate

Hüftschaft
Die Auswahl des Implantates richtet sich in erster Linie nach der Knochenqualität und der Biologie des Patienten.

Insbesondere beim jungen Patienten werden Kurzschaftprothesen aus Titan verwendet (z.B. Fitmore-Schaft, Fa. Zimmer; Nanos-Schaft, Fa. Smith&Nephew), die eine knochensparende Resektion des Schenkelhalsknochens erlauben (Abb. 1). Bei sehr guter Lebensdauer/Standzeit der Kurzschaftprothese lässt diese eine verbesserte Knochensituation im Falle einer notwendig werdenden Wechseloperation erwarten. Die Prothese wird zementfrei eingebracht und wächst in den Knochen ein.
Unabhängig vom Lebensalter werden bei guter Knochenqualität  zementfreie Titanendoprothesen implantiert (z.B. Fitmore-Schaft, ML-Taper- Schaft Fa. Zimmer). Diese Hüftstiele weisen in der Literatur und auch aus eigener Erfahrung sehr gute Langzeitergebnisse mit Standzeiten von 10-20 Jahren auf. Sollte dennoch einmal eine Lockerung auftreten, ist eine Wechseloperation auf eine andere Prothese in der Regel problemlos möglich.
Nur bei sehr osteoporotischem Knochen werden bevorzugt „zementierte“ Hüftendoprothesen verwendet. Hier kommen hochwertige, sog. Müller-Geradschaft-Prothesen (z.B. Fa. Zimmer) zum Einsatz, die in Verbindung mit Knochenzement (Palacos) sofort eine belastungsstabile Situation ermöglichen.
Für alle verwendeten Endoprothesen gilt, dass sämtliche Produkte sowohl mit unterschiedlichen Prothesenhalslängen verfügbar, als auch mit unterschiedlichen Kopfgrößen bestückt werden können. Somit kann das Drehzentrum des Hüftgelenkes individuell rekonstruiert und die muskuläre Balance und Führung des Gelenkes wiederhergestellt werden. Eventuell vorhandene Beinlängenunterschiede können unter Berücksichtigung der Luxationssicherheit ausgeglichen werden.

Hüftpfanne
Unabhängig vom Alter des Patienten werden im Franziskus-Hospital Harderberg  zementfreie Press-fit-Pfannen aus Titan (Trilogy- Pfanne, Fa. Zimmer, Trident-Pfanne, Fa. Stryker) und alternativ zementfrei einzubringende Schraubpfannen als Ersatz der Hüftgelenkspfanne implantiert. Intraoperativ wird die Hüftpfanne mit speziellen Instrumenten aufgefräst und im Anschluss daran die Kunstpfanne eingeschlagen. Durch „Unterfräsung“ des Knochenlagers wird eine „Press-fit-Situation“ und somit eine sofort belastungsstabile Verankerung hergestellt. Um insbesondere im osteoporotischen Knochen Stabilität zu erzielen, kann die Pfanne bei Bedarf mit zusätzlichen Schrauben im Beckenknochen fixiert werden. Die Kunstpfanne ist sofort belastungsstabil und wächst im Verlauf in den Knochen ein. Ein Kunststoffeinsatz (Inlay) nimmt den Hüftkopf auf und bildet den eigentlichen Gelenkpartner; dieses sog. Inlay steht für verschiedene Hüftkopfgrößen zur Verfügung und kann weiterhin mit „Überhöhungen“ an den Rändern (sog. „Dysplasieinlay“) zur Verbesserung der Luxationssicherheit eingebaut werden.

 

Minimalinvasive Implantationstechnik

Hüftendoprothesen werden im Franziskus-Hospital grundsätzlich über einen sog. minimal-invasiven Operationszugang implantiert. Dieser Operationszugang ist besonders weichteilschonend. Im Gegensatz zu traditionellen Operationstechniken wird die das Hüftgelenk-umspannende Muskulatur nicht abgelöst, sondern lediglich mit speziellen Hebeln beiseite gehalten. Ein großer Vorteil dieser Opertionstechnik ist, dass der Patient unmittelbar postoperativ schmerzadaptiert vollbelasten darf und somit eine längere Entlastungsphase an Unterarmgehstützen entfällt. Die Komplikationsraten (Blutungen, Thrombosen) sind bei diesem Zugang zudem niedriger, bei gleicher Sicherheit und Übersichtlichkeit des Operationsgebietes.

Zusammenfassend sind Sie als Patient bei Verwendung der minimalinvasiven Implantationstechnik wieder schneller auf den Beinen und schneller wieder im Alltag integriert.

 

Wechseloperationen Hüftgelenk

Im Falle von Prothesenlockerungen an der Hüfte, hält das Franziskus-Hospital Harderberg eine Vielzahl von Revisionsimplantaten vor. Im Bereich der Pfanne sind dies in erster Linie verschiedene Stützschalen, die auch im geschädigten Beckenknochen stabil verankert werden können. Zum Pfannenaufbau ist oft die Transplantation von Fremdknochen im Bereich der Stützschale notwendig. Genau wie Blutprodukte unterliegt auch der Fremdknochen strengen Qualitätskontrollen und wird auf Virusfreiheit und Freiheit von anderen Infektionskrankheiten getestet. In die Schale hinein wird dann ein Kunststoffeinsatz zementiert, der den eigentlichen Gelenkpartner bildet und den Hüftkopf aufnimmt.

Im Bereich des Schaftes liegen ebenfalls verschiedene Revisionsimplantate vor, die in variablen Längen angeboten werden können und so eine jeweils für die individuelle Situation des Patienten stabile Verankerung erlauben.

 

 

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Priv.-Doz. Dr. Olaf Rolf
Chefarzt

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirotherapie, Physikalische Therapie, spezielle operative Orthopädie

Tel.: 0541/ 502-2550
Fax: 0541/ 502-2125
Mail: orthopaedie@franziskus.com

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