Georgsmarienhütte. In Deutschland droht ein Hausärztemangel. Trotz vielfältiger Gegenmaßnahmen von Politik und Ärzteschaft werden auch in der Region Osnabrück künftig Hausärzte fehlen. Einer der Gründe ist die schlecht strukturierte Weiterbildung. Deshalb werden die Niels-Stensen-Kliniken Franziskus-Hospital Harderberg und die zur Weiterbildung ermächtigten Hausärzte Osnabrück hier künftig gemeinsam neue Wege gehen.
„Oft muss der zukünftige Hausarzt seine Weiterbildung selbst organisieren und dabei Wohnortwechsel und viele andere Unsicherheiten in Kauf nehmen“, erläutert Dr. Johannes Unnewehr vom Hausärztebund: „Das Franziskus-Hospital Harderberg und die zur Weiterbildung ermächtigten Praxen in Stadt und Landkreis Osnabrück werden daher künftig eine Weiterbildung zum Hausarzt aus einem Guss sicherstellen.“
Durch diese neue Weiterbildungsform „können junge Ärzte ohne Wohnortwechsel und ohne Sorgen um Anschlussverträge und um die Versorgung der Familie das notwendige hausärztliches Rüstzeug erwerben“, erläutert der Chefarzt für Innere Medizin der Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück und Franziskus-Hospital Harderberg, Prof. Dr. Michael K. Müller: „Auch für Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen möchten, ist dies eine gute Möglichkeit, Anschluss an die Medizin zu finden.“
Die Kooperationspartner erwarten, dass das familienfreundliche und existenzsichernde Projekt der zukünftigen hausärztlichen Versorgung der Region Osnabrück zugute kommt. „Denn voraussichtlich werden viele Absolventen in Osnabrück bleiben und sich hier niederlassen wollen“, so Michael Kamp, Geschäftsführer Franziskus-Hospital Harderberg. Außerdem wirke sich die enge Zusammenarbeit von Praxen und Krankenhaus in diesem Projekt positiv auf die Qualität der Patientenversorgung aus.
Die Weiterbildung findet in Krankenhäusern und Praxen statt und dauert insgesamt fünf Jahre.
Aktuelle Meldung
19.8.2009
Speiseröhrenkrebs einen Riegel vorschieben
Neues Verfahren aus den USA wird jetzt erstmals in der Region im Franziskus-Hospital Harderberg und im Marienhospital angewandt

- Ein neues Verfahren aus den USA wurde jetzt von Eckart Schilling (Oberarzt Niels-Stensen-Kliniken Franziskus-Hospital Harderberg), Dr. Oliver Möschler (Oberarzt Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück) und Prof. Dr. Michael K. Müller (Chefarzt Niels-Stensen-Kliniken Franziskus-Hospital Harderberg und Marienhospital Osnabrück) vorgestellt (von links).
Georgsmarienhütte/Osnabrück. Wenn Magensäure in den unteren Abschnitt der Speiseröhre zurückfließt, kann es zu Sodbrennen oder auch Entzündungen kommen. Bei 20 Prozent aller Erkrankten kann sich zudem eine Schleimhautveränderung im Bereich der unteren Speiseröhre entwickeln. Sie kann die Vorstufe eines Speiseröhrenkrebses sein, da sich in etwa zehn Prozent der Fälle eine bösartige Geschwulst daraus entwickelt. Die Niels-Stensen-Kliniken Franziskus-Hospital Harderberg und Marienhospital Osnabrück setzen nun erstmals in der Region eine neue Methode aus den USA ein, um diese Schleimhaut elektrisch zu entfernen.
Die Untersuchung wird im Rahmen einer Endoskopie der Speiseröhre vorgenommen. Dabei wird die betroffene Schleimhaut mit Hilfe spezieller Elektroden behandelt.
„Der Clou der Methode liegt darin, dass die Eindringtiefe des Stroms durch eine Computersteuerung exakt definiert ist, so dass keine Narbenbildung erfolgt“, erläutert Prof. Dr. Michael K. Müller, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin Franziskus-Hospital Harderberg und Marienhospital Osnabrück. Deshalb sei die Methode weitgehend risikofrei. Das in Amerika entwickelte System stehe jetzt auch hier zur Verfügung.
„Wir freuen uns, dass betroffenen Patienten in der Region jetzt endlich geholfen werden kann“, so der Chefarzt, denn die Häufigkeit der Erkrankung und ihrer Komplikationen habe aus bisher nicht bekannten Gründen erheblich zugenommen: „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine veränderte Schleimhaut bösartig wird, liegt dabei in der gleichen Größenordnung wie bei den Polypen im Dickdarm. Deshalb ist es nicht nur sinnvoll, Polypen rechtzeitig zu entfernen, sondern auch die betroffene Schleimhaut.“
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