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SPES VIVA – Leitbild und Herausforderung

Der große Fisch in der Bibelerzählung über den Propheten Jona ist Zeichen und Signet für SPES VIVA. Wie Jona nach drei Tagen aus dem Bauch des Wales gerettet wurde und wie Jesus nach drei Tagen den Tod überwand, so dürfen auch wir in „lebendiger Hoffnung“ sein,

SPES VIVA ist Leitwort und Aufruf einer palliativmedizinischen Initiative zur Begleitung von schwerstkranken und sterbenden  Krankenhauspatienten sowie ihren Angehörigen, denen wir schützende  (lat.  „Pallium" = Mantel ) Zuwendung und Hilfe bieten.

Neben Zeit und Herz stellen wir ein kompetent geschultes und  multiprofessionelles Team aus Medizin, Pflege, Seelsorge, Sozialarbeit, Physiotherapie  u.a. Berufsgruppen dar. Dazu zählen nicht zuletzt  unsere ehrenamtlich und  ambulant arbeitenden Hospizhelfer/innen. Unsere fachliche Qualifikation stützt sich auf ein wissenschaftlich gesichertes multimodales Schmerztherapie-  bzw. Palliativ-Pflegekonzept. Hierbei nimmt die Symptomkontrolle eine zentrale Rolle ein.

Wir wollen durch unseren Dienst bezeugen, dass für uns Sterbebegleitung Lebenshilfe in der letzten Phase ist. Wir  sind  dem Leidenden Weggefährte  und stimmen unsere Arbeit auf seine Nöte und Bedürfnisse ab. Wir schließen Angehörige und Freunde  in die Begleitung mit ein.

Um in Würde sterben zu können, braucht der Patient vor einem Verlust von Selbstbestimmung keine Angst zu haben. Wenn er eine Behandlung - auch mutmaßlich -  ablehnt, dann wird sie  nicht durchgeführt.  Andererseits geben wir ihm so umfassend wie möglich die Gelegenheit, sich mit  seiner Endlichkeit auseinandersetzen, Fragen zu stellen,  Abschied zu nehmen oder  los zu lassen.
Für eine gelingende Kommunikation  mit den Betroffenen indes ist Voraussetzung unsere   eigene reflektierte Weltanschauung und damit verbunden auch eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Tod.

 

Vorrangig vor notwendigen modernen Managementaufgaben, gewichtiger als äußere Anerkennung, z.B. auch durch namhafte bundesweite Auszeichnungen, bleibt uns  die  unmittelbare Beziehung zum Patienten selbst oberstes Ziel.  Denn wir lernen jeden Tag aufs Neue, dass nicht nur das Heilen von Krankheiten sondern auch allein das Begleiten eine wundervolle und vor allem christliche Aufgabe der Nächstenliebe ist.

SPES VIVA engagiert sich weiter überörtlich. So haben inzwischen elf weitere Krankenhäuser unser Modell (inkl. unseres Logos) übernommen. Dazu gehören im Verbund der Niels-Stensen-Kliniken neben der "SPES VIVA Urzelle" Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln noch das Franziskus–Hospital Harderberg (Georgsmarienhütte) und das Christliche Klinikum Melle. Unsere Infobroschüren sind bundesweit angefragt, zuletzt die nach aktuellem Gesetzesstand überarbeitete Vorlage einer Patientenverfügung. SPES VIVA organisiert  federführend den niedersächsischen Hospiz – und Palliativstützpunkt Osnabrück e.V. und hat unter der Leitung von Prof. Hardinghaus 2009 die  vom Land Niedersachsen eingerichtete Niedersächsische Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung mit Sitz beim Landkreis Osnabrück übernommen -  dabei  zuletzt auch die Landeskoordination beim Abschluss des Mustervertrages zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen zur spezialisierten ambulantern Palliativversorgung – SAPV.
Zusammen mit dem gemeinsamen Fachbereich Palliativversorgung an der Universität konnte der Deutsche Palliativtag 2006 in Osnabrück organisiert werden.
Wir werden ideell und finanziell unterstützt durch den Förderverein SPES VIVA (1. Vorsitzender Erster Kreisrat Dr. Reinhold Kassing) und der Stiftung SPES VIVA (1. Vorsitzernder Friedhelm Spiekermann).

 

Jedenfalls bleibt Kierkegards kniender Helfer Vorbild und Leitbild für unser SPES VIVA - „Dienst“-Verständnis:

„Jede wahre Kunst der Hilfe muss mit einem Herablassen anfangen. Der Helfer muss zuerst knien vor dem, dem er helfen möchte. Er muss begreifen, dass  helfen nicht  herrschen ist, sondern  dienen.“

Für das Mitarbeiterteam:
Prof. Dr. med. Winfried Hardinghaus

 
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